Sinkende Interaktion trotz massiver Reichweite
Die Marktdaten für den Zeitraum von April 2025 bis März 2026 zeichnen ein paradoxes Bild: Während die kumulierten Views um 10,2 Prozent auf 30,4 Milliarden anstiegen, sank das Engagement spürbar. Mit 1,17 Milliarden Interaktionen verzeichnete die Affiliate-Branche einen Rückgang von 9,4 Prozent im Vergleich zum Vorjahr.
Content wird zwar konsumiert, aber seltener aktiv bewertet oder kommentiert. Für Advertiser verliert der klassische Fokus auf Engagement-Raten als primäre Erfolgsmetrik daher an Aussagekraft. Die Analyse von Effinity und CPA zeigt zudem, dass die Zahl der aktiven Creator (über 10.000 Follower) leicht rückläufig ist. 46.300 Akteure setzten insgesamt 311.000 Marken-Erwähnungen ab – ein Minus von 3,7 Prozent.
Affiliate-Modelle liefern hohen ROAS
Während die organische Reichweite stagniert, erweist sich Affiliate-Marketing als stabiler Anker für die Monetarisierung. Laut dem Barometer generierten Creator über Affiliate-Modelle einen Umsatz von 376 Millionen Euro für die beteiligten Advertiser. Besonders effizient zeigt sich das Payout-Modell: Pro investiertem Euro an Provision flossen durchschnittlich 11 Euro Umsatz zurück an die Unternehmen.
Dieser hohe ROAS unterstreicht den Wandel des Kanals hin zu einer Performance-orientierten Sales-Maschine. Die Tracking-Daten der Sales stehen dabei im Kontrast zum klassischen Influencer-Marketing, bei dem die Kausalität zwischen Post und Kauf oft schwerer nachzuweisen ist.
Gifting-Kampagnen wachsen um 52 Prozent
Ein deutliches Wachstum verzeichnet das Segment Gifting. Die Anzahl der Kampagnen, bei denen Marken Produkte oder Dienstleistungen ohne fixes Honorar an Creator versendeten, stieg um 52 Prozent auf 23.000. Marken setzen verstärkt auf Long-Tail-Strategien. Sie generieren über eine breite Streuung von Testprodukten authentische Rezensionen.
Erstmals berücksichtigte die Analyse auch LinkedIn als Kanal für das Influencer-Marketing. Die Einbindung des Business-Netzwerks spiegelt die wachsende Bedeutung von Corporate Influencern wider. Diese fungieren zunehmend in professionellen Kontexten als Markenbotschafter.
Der Bericht empfiehlt Advertisern eine Diversifizierung der Strategie. Der Erfolg definiert sich 2026 über einen Mix aus Gifting für die Brand-Awareness und einer präzisen Affiliate-Attribution für den direkten Abverkauf. Spontaner Content überwiegt weiterhin deutlich: 86 Prozent aller Markennennungen erfolgen ohne direkte kommerzielle Vereinbarung. Dies unterstreicht die Bedeutung organischer Markenpräsenz.
Quelle: Effinity
