Digital Ad Trust verschärft Visibility-Standard – Urs Flückiger wird Präsident

Der Verein Digital Ad Trust Switzerland verschärft ab Juli 2026 die Qualitätsregeln für Display-Werbung. Neben der Anhebung der Visibility-Benchmark auf 65 Prozent wurden wichtige personelle Weichenstellungen für das Jahr 2027 getroffen. Werbetreibende profitieren zudem von einem neuen programmatischen Zugang zu geprüftem Inventar.
Der Verein Digital Ad Trust Switzerland (DAT) hebt die Sichtbarkeitskriterien für digitale Werbung an. Dies analysiert Andy Waldis, Vorstandsmitglied der IAB Switzerland, in einem aktuellen Fachbeitrag. Die fünfte Generalversammlung in Zürich beschloss am 14. Mai 2026, die notwendige Benchmark für die Display-Zertifizierung zum 1. Juli 2026 von 60 auf 65 Prozent zu steigern. Diese Maßnahme reagiert auf die Marktentwicklung und erhöht den Druck auf Publisher sowie Affiliate-Netzwerke, hochwertiges Inventar bereitzustellen.
Höhere Hürden für Publisher und Netzwerke
Die neue Sichtbarkeits-Benchmark markiert einen Wendepunkt für den Schweizer Markt. Bisher reichte eine durchschnittliche Visibility von 60 Prozent für das DAT-Zertifikat aus. Mit der Erhöhung auf 65 Prozent setzt der Verein ein Signal für mehr Transparenz. Roland Ehrler, amtierender Präsident von Digital Ad Trust Switzerland, sieht die Organisation als Gestalter, der die Messlatte synchron zur Marktentwicklung nach oben verschiebt.
Für Publisher und Affiliate-Netzwerke gewinnen Platzierungen im Bereich "Above the Fold" sowie optimierte Ladezeiten an Bedeutung. Platzierungen mit geringer View-Through-Rate gefährden künftig die Zertifizierung. Dies beeinflusst direkt die Attraktivität für Advertiser im Programmatic-Segment.
Zertifizierte Inclusion List minimiert Streuverluste
Neben der Sichtbarkeit zog der Verein eine positive Bilanz für das Geschäftsjahr 2025. Die Quartalsreports bestätigten niedrige Werte bei Ad Fraud und eine hohe Brand Safety. Ein Meilenstein war die Einführung der zertifizierten Inclusion List. Diese Liste umfasst über 500 geprüfte Websites. Werbetreibende nutzen sie als Werkzeug, um Streuverluste zu minimieren.
Die Partnerschaft mit OneDSP ermöglicht Werbetreibenden zudem einen direkten programmatischen Zugriff auf das DAT-zertifizierte Inventar. Damit gelingt der Brückenschlag zwischen Qualitätsstandards und der Umsetzung im Real-Time Bidding. Aktuell prüft der Verein, wie er den Qualitätsrahmen auf das Segment Connected TV (CTV) ausweitet.
Personeller Umbruch an der Spitze
Die Generalversammlung leitete einen Wechsel in der Führungsebene ein. Roger Harlacher scheidet aus dem Vorstand aus. Jan de Schepper und Yvonne Baumgartner übernehmen seine Nachfolge für den Schweizer Werbe-Auftraggeberverband (SWA). Roland Ehrler legt sein Amt als Präsident zum 31. Dezember 2026 nieder. Ab dem 1. Januar 2027 übernimmt Urs Flückiger von der IAB Switzerland Association die Leitung. Flückiger wird die neuen Sichtbarkeitsregeln im Markt festigen und den Zertifizierungsrahmen auf neue Werbeformen ausweiten.
Publisher müssen nun ihre Ad-Stacks optimieren, um die 65-Prozent-Hürde stabil zu erreichen. Die Initiative unterstreicht den Schweizer Anspruch auf eine Vorreiterrolle bei digitalen Lieferketten. Für den Rest des Jahres 2026 konzentriert sich der Verein auf die technische Implementierung der Anforderungen.
Quelle: IAB Switzerland News