Zurück zur Übersicht
    Veröffentlicht am · Affiliate Connect Redaktion· 2 min

    IAB veröffentlicht Standard-Rahmenvertrag für Werbemessung

    IAB veröffentlicht Standard-Rahmenvertrag für Werbemessung

    Das IAB hat das Measurement Services Addendum v1.0 vorgestellt. Der neue rechtliche Rahmen soll Verträge für Attribution und Werbemessung standardisieren und Abläufe für Advertiser und Publisher vereinfachen.

    Die Komplexität im Performance Marketing nimmt stetig zu, doch die rechtlichen Grundlagen hinken oft hinterher. Um diesen Flaschenhals zu beseitigen, hat das Interactive Advertising Bureau (IAB) am 22. September 2026 den Entwurf des Measurement Services Addendum v1.0 zur öffentlichen Kommentierung freigegeben. Ziel der Initiative ist es, die vertragliche Reibung zu minimieren, die Partnerschaften zwischen Advertiser, Publisher und Agenturen oft unnötig verzögert.

    Kortney Kavanagh, Legal Counsel beim IAB US, betont die Relevanz dieses Schrittes für die gesamte Branche. Durch die Bereitstellung einheitlicher Klauseln für Validation, Attribution und Analytics verabschiedet sich das IAB von fragmentierten Einzellösungen und schafft eine verlässliche Basis für die Zusammenarbeit.

    Standardisierung für effizientere Performance-Partnerschaften

    Bisher basieren viele Affiliate-Beziehungen auf maßgeschneiderten Verträgen, die zeitintensive juristische Prüfungen erfordern. Das neue Addendum erweitert das bestehende rechtliche Framework des IAB, das bereits General Terms und ein Direct Buy Addendum umfasst. Dieser modulare Aufbau ermöglicht es Unternehmen, standardisierte Messklauseln einfach in bestehende Vereinbarungen zu integrieren.

    David Cohen, CEO des IAB, bezeichnet eine zuverlässige Messung als das Fundament eines gesunden Marktplatzes. Er wies darauf hin, dass die Branche die rechtliche Seite dieser Beziehungen historisch gesehen ineffizient gehandhabt habe. Das Ziel sei es nun, einen praktischen Ausgangspunkt zu bieten, damit sich Organisationen auf die Wertschöpfung konzentrieren können, anstatt sich in langwierigen Vertragsverhandlungen zu verlieren.

    Interoperabilität bei modernen Tracking-Technologien

    Das Framework ist technologisch agnostisch gestaltet und deckt verschiedene Geschäftsmodelle ab, darunter Server-to-Server-Tracking und Multi-Touch-Attribution. Es beinhaltet die General Terms v1.1 sowie ein überarbeitetes Glossar, um sicherzustellen, dass alle Parteien dasselbe technische Vokabular verwenden.

    Cintia Gabilan, SVP bei den Centers of Excellence des IAB, erklärte, dass Unternehmen die Bedingungen entweder unverändert übernehmen oder in ihre aktuellen Verträge einfließen lassen können. Diese Flexibilität unterstützt eine Branche, die sich mitten im Wandel weg von Third-Party-Cookies hin zu einer datenschutzkonformen Messung befindet.

    Die öffentliche Kommentierungsphase läuft 30 Tage lang bis zum 22. Oktober 2026. In dieser Zeit können Marktteilnehmer Feedback zur technischen und rechtlichen Umsetzbarkeit geben, bevor die finale Version für den Markt freigegeben wird. Für deutsche Marktteilnehmer bietet dies eine Chance, frühzeitig internationale Standards in ihre eigenen Compliance-Prozesse zu integrieren.