Wenn eine KI die passende Hautpflege empfiehlt, bleibt die Recherche hinter dieser Empfehlung oft unsichtbar – und damit auch ihr Beitrag zum Kauf. Für Beauty-Marken entsteht dadurch eine Lücke zwischen tatsächlichem Einfluss und messbarer Leistung ihrer Partner. Chrissy Kammerer, Director of Content bei Partnerize, analysiert dieses Problem anhand KI-generierter Suchzusammenfassungen: Sie verdichten Bewertungen von Dermatologen und Redaktionen zu Empfehlungen, ohne zwangsläufig einen messbaren Klick auszulösen.
Der 2026 Zero-Click Commerce Index™ von Partnerize weist für die Kategorie Beauty & Personal Care einen HaloIndex™ von 2.96 aus. Demnach ist der von Publishern ausgehende Einfluss nahezu dreimal so hoch, wie ihn die übliche Last-Click-Messung erfasst. Auch für Advertiser im DACH-Markt wirft das eine zentrale Frage auf: Welche Partner tragen zu Kaufentscheidungen bei, ohne in der Attribution aufzutauchen?
Tower 28: Besonders große Messlücke
Der Bericht zeigt bei einzelnen Marken erhebliche Abweichungen. Tower 28 Beauty verzeichnete einen HaloIndex™ von 645 – den höchsten Multiplikator der Untersuchung. Das deutet darauf hin, dass herkömmliches Tracking bei bestimmten Marken nahezu den gesamten Einfluss von Publishern verfehlt.
Für Advertiser versteht Kammerer den Fall Tower 28 als diagnostisches Warnsignal. Eine besonders große Messlücke legt nahe, dass bestimmte Publisher Verkäufe anstoßen, ohne dafür vergütet zu werden. Fehlt diese Sichtbarkeit, können Marken die entsprechenden Partner weder zuverlässig identifizieren noch gezielt in sie investieren.
Hinter der Entwicklung steht ein verändertes Einkaufsverhalten. Statt Affiliate-Links anzuklicken, stellen Verbraucher der KI-Suche Fragen wie: „Ist dieses Produkt seinen Preis wert?“ Die KI bündelt Antworten vertrauenswürdiger Publisher und Dermatologen. Erfolgt der Kauf anschließend direkt auf der Markenwebsite, erhält der Publisher des ursprünglichen Tests keine Zuordnung.
Beauty: Einfluss konzentriert sich auf wenige Quellen
Die Daten legen nahe, dass sich der Einfluss in der Beauty-Branche konzentriert. Glaubwürdigkeit liegt vor allem bei Quellen, die KI-Suchmaschinen wiederholt zitieren: etwa Publikationen mit mehrwöchigen Produkttests oder spezialisierte medizinische Fachleute. Entscheidend ist damit nicht allein die Reichweite, sondern auch die Qualität der zugrunde liegenden Recherche.
Nachprüfbare Grundlagen für die Vergütung
Als Antwort auf diese Lücken verweist Partnerize auf seine Lösung VantagePoint™. Statt ausschließlich Klicks zu vergüten, bewertet das System den Einfluss von Publishern anhand ihrer Glaubwürdigkeit, ihrer Methodik und konkreter Aussagen. Eine überprüfbare Grundlage für die Bewertung von Zero-Click-Einfluss soll die Vergütung stärker am geschaffenen Wert vertrauenswürdiger Content Creator ausrichten.
Die Ergebnisse liefern Publishern empirische Argumente für den wirtschaftlichen Wert rechercheintensiver Inhalte im KI-Zeitalter. Für die Affiliate-Branche in Deutschland, Österreich und der Schweiz folgt daraus eine Aufgabe für 2026: Advertiser und Networks sollten prüfen, welche Beiträge ihre bisherigen Messmodelle übersehen. Die DACH-Perspektive ist dabei eine Schlussfolgerung, keine separat ausgewiesene regionale Auswertung: Wer ausschließlich Last-Click-Daten berücksichtigt, könnte wichtige Partner entlang der Customer Journey unterschätzen.
Quelle: Partnerize-Blog
