Zurück zur Übersicht
    Veröffentlicht am · Affiliate Connect Redaktion· 3 min

    Post Affiliate Pro warnt vor Brand Bidding durch Affiliates

    Post Affiliate Pro warnt vor Brand Bidding durch Affiliates

    Post Affiliate Pro warnt: Brand Bidding kann bestehende Nachfrage abschöpfen und CPCs erhöhen. Klare Verträge und gezielte Kontrollen sollen Merchants schützen.

    Hohe Abschlussraten sind im Affiliate-Marketing nicht automatisch ein Erfolgssignal. Wenn Partner vor allem Menschen erreichen, die bereits gezielt nach einer Marke suchen, bezahlt der Merchant möglicherweise für ohnehin wahrscheinliche Käufe. Post Affiliate Pro warnt in seiner Analyse vor zunehmendem Brand Bidding durch Affiliates: Neben zusätzlichen Commissions drohen höhere CPCs in den eigenen Suchkampagnen.

    Der Mechanismus setzt kurz vor dem Kauf an. Affiliates buchen Suchanzeigen auf geschützte Markennamen oder Produktbezeichnungen eines Unternehmens. Statt auf dessen organischen Suchtreffer gelangen Nutzer über eine Affiliate-Anzeige zum Angebot. Für den anschließenden Kauf erhält der Affiliate eine Commission, obwohl die Nachfrage bereits bestand.

    Klare Vereinbarungen als erste Verteidigungslinie

    Als wirksamstes Instrument zur Prävention nennt Post Affiliate Pro einen belastbaren Affiliate-Vertrag. Er sollte Gebote auf Markenbegriffe ausdrücklich untersagen und ein abgestuftes Vorgehen bei Verstößen festlegen: zunächst eine formelle Verwarnung mit Belegen, danach die Stornierung von Commissions und schließlich die Beendigung der Partnerschaft.

    Für Advertiser in Deutschland, Österreich und der Schweiz ist das besonders relevant, wenn eigene Suchkampagnen und Affiliate-Programme parallel laufen. Einheitliche Regeln zu Markenbegriffen, Schreibvarianten und zulässigen Anzeigen schaffen zugleich Planungssicherheit für deutsche Publisher und ihre Partner im übrigen DACH-Markt.

    Warum gute Kennzahlen Mehrkosten verdecken

    In Auswertungen erscheinen solche Affiliates oft mit steigenden Umsätzen und hohen CRs. Nach Einschätzung von Post Affiliate Pro verdeckt diese Darstellung jedoch eine Fehlverteilung des Marketingbudgets: Vergütet wird nicht neu geschaffene Nachfrage, sondern deren Übernahme am Ende der Customer Journey.

    Aus Performance-Marketing-Sicht lautet die entscheidende Frage deshalb nicht nur, welcher Partner den Abschluss verbucht. Ebenso wichtig ist, ob sein Beitrag den Kauf zusätzlich ermöglicht hat. Eine hohe CR allein beantwortet diese Frage nicht.

    Hinzu kommt ein zweiter Kostentreiber. Aggressives Brand Bidding erhöht den CPC der eigenen Suchkampagnen, weil Merchants mit ihren Partnern um die vorderen Anzeigenplätze konkurrieren.

    Was Google Ads beim Markenschutz zulässt

    Auf einen automatischen Schutz durch Suchmaschinen oder das Markenrecht sollten sich Unternehmen laut Post Affiliate Pro nicht verlassen. Die Richtlinien von Google Ads untersagen demnach nicht grundsätzlich, Marken als Keywords zu buchen. Einschränkungen bei der Verwendung einer Marke im Anzeigentext verhindern somit nicht automatisch Gebote auf den zugrunde liegenden Suchbegriff.

    Verstöße mit mehreren Prüfwegen erkennen

    Für die Kontrolle empfiehlt Post Affiliate Pro eine Kombination aus manueller Recherche und technischen Auswertungen. Affiliate-Verantwortliche sollten selbst nach Markenbegriffen suchen, einschließlich häufiger Tippfehler und Kombinationen wie „Marke + Coupon“, statt ausschließlich automatisierten Berichten zu vertrauen.

    Ergänzend nennt das Unternehmen folgende Methoden:

    • Auktionsdaten: Google-Ads-Berichte prüfen, um konkurrierende Domains bei Marken-Keywords zu erkennen.
    • Analyse der Referrer-URLs: Die Herkunft eingehenden Traffics auf verdächtige Redirect-Ketten untersuchen.
    • Keyword-Berichte: Mit Affiliate-Software nachvollziehen, welche Suchbegriffe Klicks über Affiliate-Links auslösen.

    Was das für den DACH-Affiliate-Markt bedeutet

    Für deutsche Publisher und Advertiser geht es damit um mehr als die Vermeidung einzelner Regelverstöße. Klar definierte Grenzen und nachvollziehbare Kontrollen helfen, echte Neukundengewinnung von der bloßen Übernahme bestehender Nachfrage zu unterscheiden. So lässt sich Affiliate-Budget gezielter einsetzen, ohne Partner allein aufgrund auffällig guter Abschlusszahlen zu bewerten.

    Quelle: Post Affiliate Pro